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De Jangeli an d’Gemeng Fréiseng

Konferenz

„De Jangeli an d’Gemeng Fréiseng“

vum Jean-Paul MEYER

de Freideg, 12. Februar 2010 um 20.00 Auer

am Centre polyvalent zu Uespelt

Geschichtsfrënn vun der Gemeng Fréiseng

 

Vill Leit mengen vum Jangeli esou oder esou alles ze wëssen, well si selwer oder hir Elteren mat dësem Vehikel Joer an Dag mat gefuer sinn. Wann se sech alt net iren!!! Kommt an d’Konferenz, an duerno wësst der all eng Hellewull vun Detailer, vun deenen dir virdrun net emol e Schimmer vun enger Anung hat. Dir wäert gesinn!

 
Uespelt an der Zäit

Kiermes zu Uespelt

Wat a wéi d’Kiermes a fréieren Zaïten a Wierklechkeet woar, dat gitt der gewuer vun engem fréieren Uespelter, dem Pierre Stoffel (1872-1956), Schoulmeeschter an eiser Minettsgéigend. Hien huet ufangs vun de fofzeger Joeren d’Erënnerungen aus senger Jugendzäit opgeschriwwen an dorop hun d’Geschichtsfrënn vun der Gemeng Fréiseng sech baséieren duerfen fir hirt Buch ‚Uespelt an der Zäit’ ze publizéieren.

Wéi et vir an no der Kipp vum zwanzegste Joerhonnert zu Uespelt zougangen ass, wéi d’Leit geschafft a geliéft hun, wéi et mat Schoul a Kierch fir Jonk an Al gelaf ass, wéi d’Bauereleit an d’Stad, op d’Schuerberfouer an och an d’Oktave gaangen sinn, dëst éier de Jangeli bestan huet, an ewéi an déer Zäit de Beschof op Uespelt gereest ass - aah jo hien och! - dat alles gitt der an dësem Buch esou gewuer ewéi de Pierre Stoffel et erliéft an opgeschriwwen huet.

Och Dir kënnt d’Duerfliéwen mat empfannen wéi et am Ufank vun der industrieller Zäit am allgemengen an zu Uespelt am speziellen ofgelaf ass. Dofir loosst Iech d’Buch ‚Uespelt an der Zäit’ nët entwutschen.

 

Hei hannendrun presentéiere mir Iech ënner der Form vun engem Kommentar mat original Auszich en Iwwerbléck iwwer dëst Buch „Uespelt, an der Zaït“, erausginn vun de Geschichtsfrënn vun der Gemeng Fréiseng no Texter vum Schoulmeeschter Pierre Stoffel.

Dat matt Fotoen illustréiert Buch huet 72 Säiten a kascht 18.- € wann Der et ofhuelt oder 22.- € wa mer Iech et zouschecke sollen. Iwwerweist eis den entspriechende Betrag op de Konto BGLL LULL IBAN LU03 0030 6680 1005 0000 vun de Geschichtfrënn vun der Gemeng Fréiseng a vergiest nëtt den Objet vun Ärer Iwwerweisung an Är Adress genau genug ze definéieren.

 

„UESPELT, an der Zaït“

Dorfleben

In Aspelt gab es so um 1875 etwa ein Dutzend Großbauern, die „Härebauern“, und die „anderen Bauern“, die Klein- oder Schöppenbauern.

In gleicher Weise waren die Knechte und Mägde hierarchisiert und man kannte Großknechte wie auch Kleinmägde.
Kategorielos blieben der Dorfhirt, der vornehmlich Schweine hütete, und der Gänsehirt. Ja, es gab den Gänsehirten wirklich, ob es ein Gänseliesel gewesen sein mag und ob auch Gänseleber produziert und vermarktet wurde entzieht sich der Kenntnis.

Neben den Bauernbetrieben entstanden aus speziellem Anlass auch manche Gärtnereien. Steingruben, Kalköfen und Mühlen gab es mehrere. Als Schreinerdorf war Aspelt auch lange Zeit bekannt. Bloß einen Bäcker brauchten die Selbstversorger früher nicht.

 

Eine jetzt bereits seit etlicher Zeit komplett in Vergessenheit geratene ‚Bauchtradition’ fand zweimal im Jahre statt und stellte eine ziemlich schwere Arbeit dar. Das erste Mal im Frühjahr, das zweite Mal im Herbst nach Vollendung der Erntearbeiten. Was war das wohl und warum soll eine bauchbezogene Beschäftigung schwer gewesen sein? Einen kleinen Hinweis zur Lösung des Rätsels liefert das nachstehende Foto!

Freudige und traurige Tage

Wenn’s immer so hergegangen ist wie im Buch, dann hat es in Aspelt überhaupt keine traurigen Tage gegeben.

Besonders die Kirmes wurde Ende November von Groß und Klein ganz gehörig gefeiert, denn „bis Ende des 19° Jahrhunderts waren die Dorfkirmessen die einzige Gelegenheit, wo sich alle in die Fremde verzogenen Dorfkinder zum Widersehen und freudigen Beisammensein einfanden“.

Wohl mussten die Männer noch vorher den einen oder anderen „Frarosendag“ überleben, was die meisten wohl mit der gebotenen Gelassenheit hinter sich zu bringen wussten. Plagen tut dies heute keinen mehr, denn sehr selten dürften diejenigen sein die überhaupt noch wissen was ein „Frarosentag“ war und was für Unbequemlichkeiten derselbe in sich barg.

Das bei Stoffels trotz oder infolge des Frarosentages aufgetischte Kirmesmenü sah folgendermaßen aus:
„Rindfleischsuppe mit Vermischel, Gehäck, Rindfleisch mit Gemüsen, gebratene Schweinecotelettes, ‚Biwelemoud’ (boeuf à la mode), Schinken mit Salat, als Dessert gab’s Tochte und als Tafelgetränk Viez“, voilà, bon appétit.

Drei ganze Tage dauerte die Kirmes!

Sozusagen zum Eintrainieren hatte man im September einmal die Schueberfouer. „Am zweiten Schobersonntag, Bauerntag genannt, ging unsere Jugend zum Galessi (Glacis) auf die Schobermesse“. Dies natürlich zu Fuß, hin schnurgerade und zurück eher etwas zickzackig. Und dann am Mechelsméindeg ging man sozusagen ‚en famille’ nach Mondorf auf die ‚Mechelsfouer’.

Die Kirmes, es sei daran erinnert, war das Fest des lokalen Kirchenpatrons, des hl. Andreas. Es gab dann natürlich zwischen den Essenszeiten so manchen Kirchengang und eine Prozession zum Friedhof zu bewältigen. Die Messdiener müssten ihrerseits auch mehr als gewöhnlich und fast so viel wie zu Ostern antreten.

Zum Feiern gab’s da auch noch Weihnachten und Ostern. Für Weihnachten wurde zum zweiten Mal geschlachtet, wenn noch von der Kirmes her Borsten- oder Rindervieh übrig geblieben war. Ostern war natürlich das von Jungs vorgezogene Fest, weil dann gingen sie klibberen, ein wahres Hilight.

Unterricht

Ach ja, da gab es noch das Schulwesen! Lockerer als heute, mit Sicherheit, aber gelegentlich dennoch auch stressig, etwa wenn das Brennholz zum Befeuern des Kolonnenofens im Klassenzimmer unter’s Dach gebracht werden musste. Nun ja der ‚Schoulmeeschter’ Stoffel konnte natürlich nicht umhin aus der Schule zu plaudern!

Zum Beispiel war es sicher ungewöhnlich, im Vergleich zu 1950, dass vor und nach 1850 die Schule gemischt war. In der alten, an die Kirche angebauten Schule waren um die 80 Jungs und Mädchen auf etwa 80 qm zusammen in einem Saal untergebracht. In den guten Jahreszeiten weniger als im Winter, denn viele mussten bei den Feldarbeiten helfen.

Und dennoch: „Obwohl der Unterricht des Hr. Olinger jeder Methodik entbehrte, gelang es demselben doch durch unermüdliches Schaffen gute Resultate zu erzielen“. Illustriert werden die Resultate durch die aus den Aspelter Reihen hervorgegangenen Lehrer, Professoren, Pfarrer und Ingenieure.

Vieles hat die gute alte Schule erlebt und eine größere Katastrophe überlebt. Am 22 Juli 1910 „warf ein schreckliches Gewitter den Helm der Kirch herunter. Derselbe fiel der Länge nach über das alte Schulhaus“. Verletzte gab es zum Glück aber keine.

Vielleicht einen Nachahmungsversuch wert : „Schreibhefte fertigten wir (hier der junge Pierre Stoffel) uns selbst an“. Aber wie? Dies wird im Buch verraten.

Religiöses Leben

Um Kirche und Schule, Religion und Unterricht drehte sich vieles im Dorf, nicht nur für den Schoulmeeschter und die Léierin. Privates und religiöses Leben waren viel enger miteinander verflochten als heute.

Wie auch immer man heute zur Kirche stehen mag, die Pflicht der Werktagsmesse und das Messedienen konnte dennoch für die Jungen ein Vergnügen sein, was uns ganz plastisch von Pierre Stoffel erzählt wird. Insbesondere waren natürlich, wie schon angedeutet, die drei Klibbertage ein wahres Erlebnis und auch einträglich dazu.

Wir erfahren von der Erneuerung der alten von Victor Hugo erwähnten Kirche, die sich nach dem französischen, politisierenden Dichter in einem schlechten Zustand befand. Dabei wurde der alte Friedhof aus der unmittelbaren Nähe der Kirche vor das Dorf verlegt. Gleichzeitig ließ sich dann der damalige Pfarrer, der sich auch als lokaler Kirchenmöbeldesigner hervortat, eine letzte Bleibestätte errichten. Wenn sich das Innere derselben auch in einem besseren Zustand befinden könnte, so ist dieses ‚Grotte’ genannte Kuriosum doch eine der speziellen Aspelter Baulichkeiten..

Priester, Prozessionen, Kapellen und Wegekreuze lernen wir kennen, genauso wie einen doch etwas spezielleren Chorsänger der seinen alljährlichen Auftritt während der Oktave in der Kathedrale hatte, bis auf einmal, aus……………. finito

Wenn wir schon beim Thema Oktave sind, hier die :

Wallfahrt zum Gnadenbild nach Luxemburg

Dabei war die sog. Wallfahrt überhaupt gar keine Fahrt und als quälendes Zufußlatschen von Aspelt bis in die Stadt und auch noch zurück an sich eigentlich gar nicht Gnaden bringend für die Füße.

Trotzdem, besonders für die Kinder, ein wahres Erlebnis, das jedem der daran teilgenommen hat für immer im Gedächtnis eingeprägt bleibt.

Und heute? Kommentar Stoffel : „Wer würde es wagen, einem 9 bis 10-jährigen Buben (Mädels waren aber auch dabei) von heute anzuraten, eine solche Fußreise von circa 30 km mitzumachen?“.

In späteren Jahren, also auch der Stoffeljugendzeit, war es etwas einfacher, da fuhr man mit dem Jangeli wieder nach Hause.

Nachbardörfer

Als ob man des Wallfahrens nie genug bekommen könnte, waren auch noch Wallfahrten zu den Nachbardörfern vorgesehen. „ Am St. Antoniusfest pilgerten unsere Eltern nach Filsdorf, um des heiligen Fürbitte gegen Unheil am Viehbestand anzurufen“.

Nach Evringen ging es zum hl. Albinus (wer kennt den heute noch?).

Im Juli war Preisch mit der hl Maria Magdalena an der Reihe. (A propos, die älteren wissen noch um die frühere Bürgermeisterin und französische Abgeordnete Madeleine de Gargan). Preisch ist so oder so immer einen Besuch wert.

Und von Pierre Stoffel erfahren wir manche Details und Anekdoten über und um Preisch, sein Schloss und seinen Park, ……….. und warum es im Preischer Park geisterhafte Vorkommnisse gab.

Die Erzählungen des Schoulmeeschters Pierre Stoffel enden mit etlichen andere Anekdoten und einem kleinen Abstecher über Aspelter Straßen, Feldwege und Brücken, deren Namen und Besonderheiten wir kennen lernen, an der Jangelisbahn entlang und an Quellen vorbei. Wem hier der Sichebour vielleicht geholfen hatte am Leben zu bleiben und wer dem Doudebour und seinem Wasser nicht erlegen war, der hatte in früherer Zeit vielleicht noch eine Chance auf dem Gaalgebierg gehängt zu werden, wenn er denn ein Verbrecher war.

Besser ist es allerdings den Gaalgebierg einfach zu umgehen, sich das Buch ‚Uespelt, an der Zaït’ zu besorgen und voll ins Aspelter Ambiente von damals einzutauchen.

 
D’Geschicht vun dësen zwou Uespelter Statuen

 

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Umierkung:

D’Dréckerhex huet et gewollt, dass an dem INFOBLAT, wou desen Artikel och erschéngen ass, de Numm vun deem, deen den Artikel a Wierklechkeet geschriwwen huet, durch den Numm vun engem fréieren Artikelschreiwer verdreckt gin ass. Heimatt ass also kloergestalt, dass de Serge FRANTZEN , a soss keen, ons desen Artikel hei presentéiert.

 

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 D'Geschicht vun dësen zwou Uespelter Statuen

 

Niewent dem Sakramentshaischen, am Chouer vun eiser heiteger Kierch, sin lénks a riets zwou Statuen ze gesinn.

  

 

Engersäits déi vun der helleger Jongfra Maria an anerersäits déi vum hellege Johannes.Beides si Figuren aus dem 15ten - 16ten Jorhonnert.
 

Si stungen allerdengs net ëmmer op deser Plaz, mee si sin zënter dem Ufank vum 19ten Jorhonnert schon en etlech Mol ëmgestallt ginn.Et kéint ee scho bal soen si hätte, fir „Figuren aus Steen", ewell e bewegt Liewe gehat.
 

Virun hirer Plazéierung am Chouer vun der Kierch, hate se hir Plaz an Nische fonnt, déi lénks a riets vum Haaptagang vun der Kierch an d'Maueren agebaut waren.

Awer och do stunge se „nëmmen" bis d'Kierch 1979 - 1981 renovéiert ginn ass, an d'Nischen zougemauert gi sin.
 

   
 

Éier se awer an dess Nische gestallt goufen, stunge se beim heitege Kierfecht zu Uespelt, den 1872 gebaut ginn ass.
 

Si stungen do riets a lénks hanner der Gruft, di nach ennert der Leedung vum Paschtouer Nicolas Schmit (25.08.1837 - 29.05.1913) gebaut ginn ass, an an deeër hien och begruewe läit.
 

 

 

Awer och fir dess Plaz sin béid Statuen eigentlech ni geschaafe ginn.
 
Sie sinn héchstwahrscheinlech eréischt do opgestallt ginn, wéi déi al Kierch an de Joeren 1875 - 1877 ofgerappt ginn ass.


Den 28. August 1871, wei den Victor Hugo op sénger Duerchrees zu Uespelt war, huet hien ënnert anerem, den ale romanesche Kierchtuerm gezeechent, den e puer Joer méi spéit zum Deel ofgerappt ginn ass, an e grousst stengent Kräiz dat sech zu deser Zäit bei der Kierch befonnt huet.
 

 

Lénks a riets niewent dem eigentleche Kräiz sinn op deser Zeechnung däitlech eis béid Statuen ze erkennen.
 

Et kéint ee bal mengen, et géng sech heibäi ëm en alt Weekräiz handelen, mee deem ass awer net esou.
 
Des Kräizegungsgrupp ass e weidert Undenken un eng Kapell vun 1514, déi vun der Uespelter Herrschafts-Famill, dem Valerian „von Busleyden“, a senger Fra, Anna „von Kempt“, baue gelooss gin ass.
Un des Kapell war deemols och eng Säite-Kapell ugebaut gin, a sollt als Graf-Kapell fir d'Schlass-Herrschaft hiren Zweck erfellen.
 

D' Anna „von Busleyden-Kempt" ass virum Enn vum Joer 1544 als Lescht vun hirem „Stamm" gestuerwen, a gouf och an deser Graf-Kapell begruewen, déi 1820 vun der deemoleger Schlass-Herrschaft, „de Martiny", ofgerappt ginn ass.
 
              

 

D’Statuen sin hechstwahrscheinlech ënner der Herrschaft „von Kempt“ entstaan, déi vun 1409 bis 1544, d’Hären vun Uespelt waren.
 

An der Kapell stongen dräi Altär, woubäi et sech beim Hapt-Altoer em e „Kräiz-Altoer“ gehandelt huet.An zwar genau dat Kräiz mat den zwou Statuen déi den Victor Hugo am Joer 1871, baussen der Kierch, gezeechent huet.

 

Fir d’Geschichtsfrënn vun der Gemeng Fréiseng

Serge Frantzen

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Quellen:

Brochure “Féte nationale du travail et de la terre” Bettembourg, 14 septembre 1952, geschrieben von Pfarrer N. Seiler

Hurt Joseph / Brochure : Cinquantenaire Harmonie Aspelt     1903 – 1953

Burgen und Schlösser in Luxemburg – Roger Bour

Victor Hugo „Vues et Visions“ / Joseph-Emile Muller

Victor Hugo et les châteaux luxembourgeois / Jean Milmeister et Frank Wilhelm

Le Grand-Duché de Luxembourg dans les carnets de Victor Hugo / Tony Bourg et Frank Wilhelm

Fotos :

Victor Hugo „Vues et Visions“ / Joseph-Emile Muller

Raus René

Frantzen Serge

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